30. Jan. 2023

(verpd) Seit rund dreißig Jahren wächst die Anzahl der Einwohner in Deutschland fast jedes Jahr. Ende des letzten Jahres wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Allerdings ändert das am demographischen Wandel nur wenig, was sich voraussichtlich auch negativ auf das Rentenniveau auswirken wird.

2022 ist die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik auf einen neuen Rekordstand von 84,3 Millionen gestiegen. Das waren 1,1 Millionen Personen mehr als ein Jahr zuvor. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Die endgültigen Ergebnisse sollen im Sommer veröffentlicht werden.

Als Hintergrund für den deutlichen Zuwachs führte das Amt eine Netto-Zuwanderung (positiver Saldo aus Zu- und Fortzügen) auf Rekordniveau an.

Hohe Zuwanderung und Rekordwert bei den Sterbefällen

Nach der Schätzung der Destatis seien im vergangenen Jahr 1,42 bis 1,45 Millionen mehr nach Deutschland gekommen als ins Ausland verzogen. Dies sei nicht allein auf die starke Zuwanderung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zurückzuführen. Auch die Zuwanderung von Menschen anderer Nationalitäten habe deutlich zugenommen.

Dämpfend habe sich das im Vergleich zum Vorjahr klar von 228.000 auf 315.000 bis 325.000 Personen erhöhte Geburtendefizit ausgewirkt. Konkret standen letztes Jahr zwischen 735.000 und 745.000 Geborenen etwa 1,06 Millionen Gestorbene gegenüber. Noch nie sind seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland so viele Menschen verstorben wie letztes Jahr.

Auch 2021 sind deutlich mehr Personen gestorben als geboren wurden, obwohl die Geburtenzahl signifikant höher war als im Folgejahr. Konkret verstarben 2021 rund 1,02 Millionen Menschen, im gleichen Jahr kamen 795.000 Babys auf die Welt.

Keine Entwarnung beim demographischen Wandel

Auch nach der voraussichtlichen Bevölkerungsentwicklung wird künftig der Anteil der Senioren im Rentenalter im Vergleich zu den erwerbsfähigen Personen immer größer werden.

Zwar hat sich nach Angaben von Destatis „die Bevölkerung im letzten Jahrzehnt durch mehr Zuwanderung und Geburten etwas verjüngt. So kamen seit 2010 stets mehr Menschen nach Deutschland als aus Deutschland wegzogen sind. Der Wanderungsüberschuss war besonders bei den Menschen im jüngeren und mittleren Alter deutlich. Auch die Geburtenzahlen sind ab 2012 nach einem langjährigen Rückgang gestiegen“.

Allerdings wird, so ein Ergebnis der 15. koordinierten Bevölkerungs-Vorausberechnung der Destatis, bis Mitte der 2030er Jahre die Anzahl der ab 67 Jahre alten Einwohner um rund vier Millionen auf mindestens 20,0 Millionen Personen steigen.

„Die Zahl der ab 80-Jährigen wird dagegen noch bis Mitte der 2030er Jahre relativ stabil bleiben und zwischen 5,8 und 6,7 Millionen betragen. Danach wird die Zahl der Hochaltrigen und damit voraussichtlich auch der Pflegebedarf in Deutschland massiv zunehmen“, so die Destatis.

Das Rentenniveau sinkt

Das heißt, künftig zahlen immer weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und müssen die Altersrente für die ansteigende Anzahl an Senioren finanzieren. Daher muss man davon ausgehen, dass das Nettorentenniveau, das derzeit bei nur noch rund 48 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern liegt, noch weiter absinken wird. Laut Modelrechnungen im Rentenversicherungs-Bericht 2022 der Bundesregierung könnte das Rentenniveau bis 2036 auf 44,9 Prozent stufenweise fallen.

Zudem werden durch die steigende Zahl der Hochaltrigen immer mehr pflegebedürftig sein. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt jedoch nur einen Teil der Pflegekosten. Deshalb wird für den Einzelnen eine frühzeitige finanzielle Absicherung für das Alter, aber auch gegen das Kostenrisiko im Pflegefall immer wichtiger.

Eine Beratung beim Versicherungsfachmann zeigt auf, welche individuell passenden Lösungen, die zum Teil auch mit Geldzulagen und Steuervergünstigungen staatlich gefördert werden, es hierzu gibt.