Viele setzen bei der Altersvorsorge auch auf eine Riester-Rente

(verpd) Seit rund 17 Jahren fördert der Staat die private Altersvorsorge in Form von Riester-Verträgen mit Zulagen und Steuervorteilen. Laut einer aktuellen Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gab es letztes Jahr knapp 16,6 Millionen bestehende Riester-Rentenverträge. Ein Großteil davon entfiel auf eine der vier möglichen Fördervarianten.

In der Broschüre „Ratgeber zur Rente“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ist zu lesen, dass es zahlreiche Maßnahmen gibt, „damit die gesetzliche Rentenversicherung auch in Zukunft die wichtigste Säule der Alterssicherung ist und bleibt. Allerdings ist eine Ergänzung durch betriebliche und private Altersvorsorge zur Sicherung des Lebensstandards im Alter unerlässlich.“ Eine dieser zusätzlichen Altersvorsorgelösungen ist der staatlich geförderte Riester-Rentenvertrag.

Mittlerweile haben sich bereits viele für diese Form der Altersvorsorge – die es seit 2002 gibt – entschieden, wie eine aktuelle Statistik des BMAS zeigt. In 2018 gab es fast 16,6 Millionen bestehende Riester-Rentenverträge und damit über eine halbe Million mehr als 2013 und fast 4,4 Millionen mehr als noch 2008. Bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 83 Millionen Bürgern in Deutschland hatte damit 2018 statistisch gesehen rund jeder fünfte Bürger einen bestehenden Riester-Rentenvertrag.

Davon profitieren Riester-Sparer

Ein Riester-Rentenvertrag wird durch Zulagen und/oder Steuervergünstigungen staatlich gefördert. Im Detail gibt es aktuell als maximale staatliche Förderung eine sogenannte Grundzulage in Höhe von bis zu 175 Euro jährlich, die dem Riester-Vertrag gutgeschrieben wird. Pro Kind, für das dem Riester-Sparer ein Kindergeld zusteht, wird auf den bestehenden Riester-Vertrag zusätzlich eine jährliche Kinderzulage in Höhe von bis zu 185 Euro vom Staat einbezahlt – für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, sind es je Kind sogar bis zu 300 Euro im Jahr.

Von einer Förderung im Rahmen eines Riester-Vertrages können unter anderem alle Arbeitnehmer und Selbstständige, die rentenversicherungs-pflichtig sind, aber auch Beamte mit Amtsbezügen sowie die Ehepartner dieser Förderberechtigten profitieren. Damit einem Riester-Vertrag eine staatliche Förderung gutgeschrieben wird, muss der Förderberechtigte zudem mindestens 60 Euro pro Kalenderjahr als Eigenanteil in diesen Vertrag einzahlen.

Für die maximale Förderungshöhe müssen inklusive der staatlichen Zuschüsse mindestens vier Prozent des Vorjahresbrutto-Einkommens des Förderberechtigten in den Riester-Vertrag einbezahlt werden. Ist die einbezahlte Gesamtprämie niedriger als diese vier Prozent, wird dem Vertrag eine anteilige Grund- und Kinderzulagenhöhe gutgeschrieben. Neben den Zulagen sind im Rahmen eines Riester-Vertrages je nach Einkommenshöhe auch steuerliche Vorteile möglich, da die in den Riester-Vertrag einbezahlten Prämien bis maximal 2.100 Euro steuerlich absetzbar sind.

Die meisten Riester-Verträge sind Versicherungsverträge

Für die Altersvorsorge mit einem Riester-Vertrag stehen vier verschiedene Anlageformen zur Verfügung, nämlich Riester-Versicherungsverträge, Riester-Banksparverträge, Riester-Investmentfondsverträge und Wohn-Riester-Verträge. Laut BMAS-Statistik haben die meisten Riester-Sparer einen Riester-Versicherungsvertrag abgeschlossen. Im Detail waren dies in 2018 65 Prozent aller bestehenden Riester-Verträge, also über 10,8 Millionen Verträge.

Weit weniger, nämlich knapp 3,3 Millionen Verträge oder fast 20 Prozent aller Riester-Verträge entfielen auf Investmentfondsverträge. Rund 1,8 Millionen der Riester-Verträge und damit nicht ganz elf Prozent waren Wohn-Riester-Verträge. 676.000 Verträge und damit vier Prozent aller Riester-Verträge waren zudem Riester-Banksparverträge.

Detaillierte Informationen zur staatlichen Förderung in Form eines Riester-Vertrages, aber auch Hilfe bei der Auswahl der individuell richtigen Altersvorsorgelösung gibt es beim Versicherungsfachmann.