Unterschiedliche regionale Entwicklung bei Firmeneinbrüchen

(verpd) Letztes Jahr wurden über 55.400 Einbrüche und Einbruch-Diebstähle in Firmengebäuden und -räumen wie Büros, Fabrikations- oder Lagerräumen bei der Polizei gemeldet. Damit gab es in fast allen Bundesländern deutlich weniger Delikte dieser Art. Nur zwei Bundesländer, nämlich Bremen und Thüringen, wiesen höhere Zahlen bei den Einbruch-Diebstählen in Firmen auf. Doch auch zwischen den anderen Bundesländern gab es deutliche Unterschiede bei der Häufigkeit solcher Delikte und auch beim anteiligen Rückgang der Einbruch-Diebstahlzahlen.

Seit neun Jahren in Folge war die Anzahl der polizeilich registrierte Einbruch-Diebstähle in Betriebsgebäuden und -räumen wie Büros, Werkstätten, Fabrikations- oder Lagerhallen bis 2020 rückläufig. Letztes Jahr wurden 55.414 solcher Delikte der Polizei gemeldet, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 (PKS 2020) des Bundeskriminalamtes (BKA) ersichtlich ist. Nicht berücksichtigt sind hier Einbruch-Diebstähle in Warenhäuser, Kioske, Gaststätten, Hotels und Banken.

Damit hat sich 2020 gegenüber 2019 die Anzahl der genannten Delikte um 8,5 Prozent verringert. Doch nicht in jedem Bundesland gab es den gleichen anteiligen Rückgang. In zwei Bundesländern, nämlich Bremen und Thüringen, hat die Zahl der Firmen-Einbruch-Diebstähle im Vergleich zum Vorjahr sogar zugenommen.

In zwei Bundesländern gab es mehr Einbrüche in Firmen

Den höchsten Rückgang gab es in Hamburg mit minus 22,7 Prozent auf 1.135 Delikte und in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 18,3 Prozent auf 989 Firmen-Einbruch-Diebstähle. Über dem deutschlandweiten Rückgang lagen folgende Bundesländer: Nordrhein-Westfalen (minus 14,5 Prozent, 12.469 Fälle), Saarland (minus 13,4 Prozent, 934 Fälle), Niedersachsen (minus 12,0 Prozent, 7.397 Fälle), Sachsen (minus 11,5 Prozent, 3.656 Fälle), Rheinland-Pfalz (minus 10,5 Prozent, 2.668 Fälle) und Baden-Württemberg (minus 10,0 Prozent, 4.471 Fälle).

Unter dem bundesweiten Trend war die anteilige Verringerung in Hessen (minus 7,5 Prozent, 3.843 Fälle), Brandenburg (minus 7,4 Prozent, 2.416 Fälle), Schleswig-Holstein (minus 6,8 Prozent, 2.704 Fälle), Berlin (minus 5,5 Prozent, 2.802 Fälle) und Sachsen-Anhalt (minus 2,7 Prozent, 3.140 Fälle). Auch Bayern konnte mit minus 0,7 Prozent auf 3.214 Fälle wenigstens noch einen geringen Rückgang verzeichnen.

Im Gegensatz dazu hat sich die Anzahl der Einbruch-Diebstähle in Betriebsgebäuden und -räumen in Berlin um 32,2 Prozent auf 1.780 Delikte und in Thüringen sogar um 39,2 Prozent auf 1.796 Fälle erhöht.

Einbruchsraten nach Einwohneranzahl

Wie unterschiedlich das Risiko ist, von einem Firmeneinbruch betroffen zu werden, verdeutlichen die Anzahl der Einbruch-Diebstähle in Firmeneinrichtungen in Relation zur Einwohnerzahl, nämlich je 100.000 Einwohner des jeweiligen Bundeslandes. Bundesweit lag die Einbruch-Diebstahlrate bei 66,6 gemeldeten Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner. Die höchste Einbruchsrate je Bundesland hatten Bremen mit 263,7 und Sachsen-Anhalt mit 143,1 Firmeneinbrüchen pro 100.000 Einwohner.

Deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnitt lagen zudem Brandenburg mit 95,8, das Saarland mit 94,6, Schleswig-Holstein mit 93,1, Niedersachsen mit 92,5, Sachsen mit 89,8 und Thüringen mit 83,4 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner. Leicht überdurchschnittlich war die Diebstahlrate in Berlin mit 76,4 und in Nordrhein-Westfalen mit 69,5 gemeldeten Firmeneinbruch-Diebstählen pro 100.000 Einwohner.

Besser als der Bundesdurchschnitt waren dagegen Rheinland-Pfalz mit 65,2, Mecklenburg-Vorpommern mit 61,5, Hamburg mit 61,4, Hessen mit 61,1 und Baden-Württemberg mit 40,3 Firmeneinbruch-Diebstählen je 100.000 Einwohner. Den niedrigsten und damit besten Wert hatte Bayern mit 24,5 gemeldeten Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner.

Finanzieller Schutz für den Fall der Fälle

Die PKS 2020 zeigt auch auf, wie hoch die bis dato bekannten Schäden waren, welche die Einbrecher letztes Jahr bei Firmen verursacht haben – dazu zählen das dabei gestohlene wie auch beschädigte Firmeninventar –, vom Notebook bis hin zu teuren Werkzeugen und Produktionsanlagen. Insgesamt betrug die Schadenhöhe über 151,3 Millionen Euro.

Abgesichert ist ein solcher Schaden beispielsweise über eine bestehende Geschäfts- beziehungsweise Inhaltsversicherung.

Aber auch die finanziellen Folgen eines Betriebsstillstandes aufgrund eines Einbruch-Diebstahls lassen sich mit einer Betriebsunterbrechungs-Versicherung absichern.