Täglich fast 240 Einbruch-Diebstähle in Firmen

(verpd) Seit sieben Jahren in Folge ist die Gesamtzahl der bei der Polizei angezeigten Einbruch-Diebstähle in Betrieben gesunken – letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr sogar um fast 24 Prozent. Dennoch waren es immer noch knapp 86.600 Fälle in 2021. Die dabei angerichtete Schadenhöhe betrug laut Polizeiangaben fast 287 Millionen Euro, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht.

Laut der vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik 2021 (PKS 2021) wurden letztes Jahr 86.197 schwere Diebstähle, also  Einbruch-Diebstähle oder Diebstähle mittels mitgeführter Waffe bei Firmen verübt. Betroffen waren Fabriken, Werkstätten, Diensträume, Büros und Lagerräume, Warenhäuser, Verkaufsräume und Kioske sowie Banken, Sparkassen und Poststellen.

Insgesamt ist die Anzahl dieser Delikte im Jahr 2021 um knapp 23,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, was dem siebten Rückgang der jährlich gemeldeten Firmeneinbrüche in Folge entspricht. Noch nie wurden damit seit über 30 Jahren so wenige schwere Firmeneinbrüche bei der Polizei gemeldet wie 2021. Die meisten derartigen Fälle gab es dagegen 1993 mit über 362.800 Taten.

Nur jeder fünfte Einbruch in Fabriken und Büros wird aufgeklärt

Die bisher bekannte Schadenhöhe für die in 2021 gemeldeten schweren Einbruch-Diebstähle in Firmen liegt bei über 286,8 Millionen Euro. Allerdings sind noch nicht alle Schadenhöhen im Detail bekannt und in der PKS 2021 registriert. So wurde für rund 3.200 Fälle (noch) keine konkrete Schadenhöhe angegeben. Im Einzelnen belief sich die vorläufige Schadenhöhe bei den 43.684 betroffenen Fabriken, Werkstätten, Büros, Dienst- oder Lagerräume auf 223,3 Millionen Euro.

Bei den 33.301 Warenhäusern, Verkaufsräumen und Kiosken, die Opfer eines schweren Diebstahles waren, betrug die Schadenhöhe rund 41,5 Millionen Euro. Die 1.053 Sparkassen, Banken und Postfilialen, welche einen Einbruch-Diebstahl oder einen Diebstahl mit Waffengewalt der Polizei meldeten, hatten durch diese Delikte einen vorläufigen Schaden von knapp 12,5 Millionen Euro. Des Weiteren wurden von 8.159 Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen entsprechende Vorfälle gemeldet, deren Schadenhöhe vorerst bei 9,5 Millionen Euro liegt.

Insgesamt wurde mehr als jeder dritte schwere Firmendiebstahl, nämlich 36,6 Prozent, aufgeklärt. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede je nach Betriebsart. Bei den Einbruch-Diebstählen in Fabriken, Dienst-, Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen lag die Aufklärungsquote bei 20,8 Prozent. Das heißt, nur jeder fünfte Einbruch wurde aufgeklärt. Bei den Speiselokalen, Pensionen und Hotels waren es bereits 26,6 Prozent und bei den Geldinstituten und Postfilialen sogar 32,3 Prozent. Die höchste Aufklärungsquote, nämlich 60,0 Prozent, erzielte die Polizei bei Warenhäusern und Kiosken.

Immer häufiger scheitern Einbrecher

Erfreulich ist, dass die Einbrecher immer häufiger bei ihrem Vorgehen scheitern. Rund jeder dritte Einbruchsversuch in eine Firmeneinrichtung, konkret 32,1 Prozent, blieb für die Diebe ohne Erfolg.

Schon seit 16 Jahren sind jeweils zwischen 30,4 und 33,3 Prozent aller gemeldeten Einbrüche missglückt. Vor fast 30 Jahren scheiterten die Einbrecher dagegen nur bei jedem vierten Versuch.

Bei den Einbrüchen in Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen blieb es 2021 sogar in über 37,3 Prozent der gemeldeten Taten beim Versuch. Vor 20 Jahren scheiterten nur 25,1 Prozent und 1994 sogar nur 21,1 Prozent der Einbrüche. Ein Grund, dass immer mehr Fälle im Versuchsstadium enden, ist mitunter ein verbesserter Einbruchsschutz der Firmen.

Der richtige Einbruchschutz bei Firmen

Tipps, wie sich Firmen vor Einbrüchen schützen können, enthält die downloadbare Broschüre „Sicherungsrichtlinien für Geschäfte und Betriebe (VdS 2333)“. Die 64-seitige Broschüre wurde vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) herausgegeben und entstand durch eine Zusammenarbeit der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), einem Spezialisten für die Schadenverhütung bei Firmenobjekten, mit der Polizei.

Im Webportal der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes kann zum Thema zudem der Ratgeber „Schlechte Geschäfte für Einbrecher“ kostenlos heruntergeladen werden.

Trotz aller Schutzmaßnahmen kann, wie die Statistik belegt, leider nicht jeder Einbruch verhindert werden. Daher ist es wichtig, dass Firmen für solche Fälle einen ausreichenden Versicherungsschutz zum Beispiel im Rahmen einer bestehenden Geschäfts- beziehungsweise Inhaltsversicherung haben.