So hoch fällt die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren aus

(verpd) Von allen Männern, die 2014 erstmalig eine gesetzliche Rente bekamen, hat rund jeder Vierte die neue abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren in Anspruch genommen. Bei den Frauen war es nur etwa jede Zehnte, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund zeigen. Die durchschnittliche Rente für langjährig Versicherte war deutlich höher als der Gesamtdurchschnitt aller Altersrenten.

Mitte vergangenen Jahres wurde die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für besonders langjährig Versicherte eingeführt. Demnach kann jeder, der mindestens 45 anrechenbare Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorweisen kann (Wartezeit von 45 Jahren), nach Erreichen der Altersgrenze für vorgezogene Altersrenten ohne Rentenabschläge eine Altersrente beziehen. Bis zum Geburtsjahrgang 1952 gilt als Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte das 63. Lebensjahr, danach steigt sie bis zum Geburtsjahrgang 1964 auf das 65. Lebensjahr an.

Die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren wird besonders von gut verdienenden männlichen Fachkräften in Anspruch genommen. Der für diese Gruppe ausgewiesene Rentenzahlbetrag ist überdurchschnittlich hoch. Dies legen zumindest neue Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zum Rentenzugang 2014, also eine Statistik zu den Rentenbeziehern, die letztes Jahr erstmalig eine gesetzliche Rente bezogen haben, nahe.

Unterschiedliche Rentenzahlbeträge

Den DRV-Daten zufolge erhielten im vergangenen Jahr insgesamt 823.631 Personen, konkret 408.879 Männer und 414.752 Frauen, erstmalig eine Rente wegen Alters. Darunter zählen unter anderem alle Rentner, die eine normale Regelaltersrente, eine spezielle Altersrente für Arbeitslose oder Schwerbehinderte bis hin zur Altersrente für langjährig oder besonders langjährig Versicherte zum ersten Mal in 2014 bezogen.

Die durchschnittliche Höhe der monatlichen Altersrente lag nach Abzug der Kranken- und Pflegebeiträge bei den Männern bei 974,67 Euro und bei den Frauen bei 532,72 Euro.

Fast jeder vierte Mann, nämlich 109.596 Rentner, nutzte dabei die Regelungen der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Sie hatten eine monatliche Durchschnittsrente von 1.287,83 Euro. Bei den Frauen waren es nur 41.560 Rentnerinnen, die eine solche Rente 2014 erstmalig erhielten, also nur jede zehnte Rentenbezieherin. Sie erhielten eine Durchschnittsrente von monatlich 995,67 Euro.

Knapp 60.000 Männer nutzten die Rente mit 63 Jahren

Vor Erreichen der Regelaltersgrenze profitieren von der Neuregelung für besonders langjährig Versicherte Männer und Frauen im Alter zwischen 63 und 65 Jahren. Im Detail gingen nach den Daten der Rentenversicherung 59.741 Männer im 63. Lebensjahr in Rente und nutzten entsprechend die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren. Ihr Rentenzahlbetrag betrug im Durchschnitt 1.258,05 Euro. Im 63. Lebensjahr gingen zugleich 25.288 Frauen mit einer Durchschnittsrente von 976,70 Euro in Rente.

Bei den besonders langjährig versicherten 64-jährigen Männern waren es 24.119 Personen (monatliche Durchschnittsrente 1.275,49 Euro) und bei den 65-Jährigen 25.734 Rentner mit einer Durchschnittsrente von 1.368,50 Euro im Monat.

Von den besonders langjährig versicherten Frauen gingen letztes Jahr 11.022 im 64. Lebensjahr mit einer durchschnittlichen Altersrente von 993,38 Euro und 5.248 Frauen im Alter von 65 Jahren mit einer Durchschnittsrente von 1.092,08 Euro in den Ruhestand.

Nur die wenigsten erhalten 2.000 Euro oder mehr Altersrente

Die Statistiker der Rentenversicherung haben den Rentenneuzugang wegen Alters auch nach der Höhe des Rentenzahlbetrags aufgeschlüsselt. Danach beziehen von den besonders langjährig versicherten Männer, das sind rund 109.600 Neurentner, gerade drei Prozent, nämlich nur 3.382 Personen eine monatliche Rente von mehr als 2.000 Euro. Von den Regelaltersrentnern erreichen dies von den 141.976 erstmaligen Rentenbeziehern in 2014 nur 1.955, das sind nicht einmal 1,4 Prozent.

Von den Frauen kommen lediglich 163 Neurentnerinnen von 41.560 besonders langjährig Versicherten auf eine Rentenauszahlung von über 2.000 Euro, das sind nicht einmal 0,4 Prozent. Von den Regelaltersrentnerinnen schaffen dies sogar nur 139 Rentenbezieherinnen und damit sogar deutlich weniger als 0,1 Prozent aller 229.357 Frauen, die 2014 erstmalig eine Regelaltersrente bekommen haben.

Bei den Angaben zur Rentenhöhe ist zudem zu berücksichtigen, dass ein immer größerer Teil der Rente der Einkommensteuer unterliegt, was das Alterseinkommen, das den Rentnern tatsächlich für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung steht, weiter schmälert.

Damit das Geld im Alter reicht

Die Zahlen zeigen, dass es nicht nur für Männer, sondern insbesondere auch für Frauen wichtig ist, über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus für das Alter vorzusorgen. Denn selbst eine abschlagsfreie Rente, von der jedoch aufgrund der Zugangsvoraussetzungen bei Weitem nicht jeder profitieren kann, reicht in der Regel nicht aus, um den Lebensstandard auch im Rentenalter ohne finanzielle Probleme aufrechtzuerhalten.

Um eine Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es prinzipiell wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird. Bei der Berechnung der persönlichen Rentenlücke und bei Fragen zur richtigen Höhe und der passenden Form einer sinnvollen Altersvorsorge sowie zur optimalen Nutzung von staatlichen Altersvorsorge-Förderungen hilft ein Versicherungsfachmann auf Wunsch weiter.