Rauchen aufhören: Positive Effekte schon nach kurzer Zeit

(verpd) Es lohnt sich mit dem Rauchen aufzuhören, denn schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette setzen nach Angaben von Gesundheitsexperten die ersten positiven gesundheitlichen Entwicklungen ein. Nach 24 Stunden hat sich dann bereits das Herzinfarktrisiko vermindert. Umgekehrt bedeutet dies aber auch: Wer raucht, senkt seine Lebenserwartung – und zwar drastisch. Selbst wer weniger als zehn Zigaretten pro Tag konsumiert, lebt statistisch fünf Jahre kürzer als ein Nichtraucher.

Etwa 25 Prozent der über 15-jährigen Jugendlichen und Erwachsenen hierzulande rauchen oder nutzen Tabakprodukte, so ein Ergebnis des aktuellen Eurobarometers zu diesem Thema vom Jahr 2017, einer Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission. Dabei ist der Anteil der Männer mit 28 Prozent höher als der der Frauen (23 Prozent), die Tabak konsumierten. Damit belegt Deutschland EU-weit einen Platz im Mittelfeld. Auf dem unrühmlichen Platz 1 liegt Griechenland mit einem Raucheranteil von 37 Prozent, gefolgt von Bulgarien und Frankreich (jeweils 36 Prozent).

Dafür rauchen in Schweden gerade einmal sieben Prozent. Insgesamt ist der Trend für Deutschland seit den 1980er-Jahren rückläufig, so das Bundesministerium für Gesundheit, vor allem bei den Jugendlichen. So rauchten bei den 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2001 noch 27,5 Prozent. Im Jahr 2016 lag dieser Wert bei 7,4 Prozent. Eine ähnlich erfreuliche Entwicklung gibt es auch bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren. Hier ist der Anteil der Raucher von 44,5 Prozent im Jahr 2001 auf 26,1 Prozent in 2016 zurückgegangen.

Positive Effekte sofort bemerkbar

Wer mit dem Rauchen aufhört, spart viel Geld. Immerhin kostet der Konsum von 20 Zigaretten pro Tag bei einem Preis von sechs Euro pro Schachtel fast 2.200 Euro im Jahr. Und auch die positiven gesundheitlichen Auswirkungen sind sofort nachweisbar. So gehen bereits 20 Minuten nach der letzten Zigarette die Werte für Puls und Blutdruck wieder auf normale Werte zurück, wie die Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Webportal www.rauchfrei-programm.de erklären.

Nach zwölf Stunden steigt der Sauerstoffspiegel und es reduziert sich das Kohlenmonoxid im Blut. Die Organe werden also besser versorgt und man ist leistungsfähiger. Bereits innerhalb von wenigen Wochen, nachdem man das Rauchen aufgehört hat, verbessern sich auch der Kreislauf und die Lungenfunktion. Die für Raucher so typischen Hustenanfälle werden weniger. Schleim in der Lunge baut sich ab und die Kurzatmigkeit geht ebenfalls zurück. Nach einem Jahr liegt das Risiko für eine koronare Herzkrankheit nur noch bei der Hälfte im Vergleich zu einem Raucher.

Es dauert zwei bis fünf Jahre, bis das Schlaganfallrisiko wieder das Niveau eines Nichtrauchers erreicht hat. Nach zehn Jahren hat sich das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um die Hälfte im Vergleich zu einem Raucher reduziert. 15 Jahre, nachdem man mit dem Rauchen aufgehört hat, liegt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung auf dem Niveau eines Nichtrauchers.

Hilfsangebote für Raucher, die aufhören wollen

Raucher, die Unterstützung bei ihrem Vorhaben suchen, mit dem Rauchen aufzuhören, können sich an Ärzte, Krankenkassen, private Krankenversicherer und viele andere Anbieter wenden, die mit entsprechenden Beratungsangeboten und Entwöhnungshilfen zur Seite stehen. Exemplarisch sei an dieser Stelle auf das „Rauchfrei-Programm“ hingewiesen, das von Ärzten, Psychologen, Kliniken oder anderen zertifizierten Kursleitern durchgeführt und von der BZgA gefördert wird.

Zudem bietet die BZgA online einen kostenlosen Raucherentwöhnungskurs mit dem Titel „Das rauchfrei Ausstiegsprogramm“ an. Unter anderem mit bis zu 31 individuellen Tagestipps unterstützt die BZgA hier Raucher, die dem Laster abschwören wollen. Bei der BZgA gibt es zudem eine kostenfreie Telefonberatung zur Rauchentwöhnung unter der Rufnummer 0800 8313131, die montags bis donnerstags 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr erreichbar ist.

Ferner gibt es vom Deutschen Krebsforschungszentrum eine Datenbank, in der nicht nur Anbieter von Raucherberatungen und Tabakentwöhnung aufgelistet sind, sondern auch deren Methoden kurz dargestellt werden. Weiterführende Informationen zum Thema liefern unter anderem die Broschüren „Ja, ich werde rauchfrei“ der BZgA, die Broschüre „rauchfrei“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren e.V. oder der Ratgeber „Richtig aufatmen“ der Stiftung Deutsche Krebshilfe.