Kinder vor giftigen Pflanzen schützen

(verpd) Kleine Kinder sind häufig große Entdecker. Und vieles, das hübsch aussieht, wandert nicht selten auch in den Mund. Doch schon wenige Gramm einer giftigen Pflanze können ausreichen, dass ein Kind gesundheitliche Schäden davonträgt oder sogar stirbt. Eltern, Großeltern und alle anderen, die Klein- und Vorschulkinder beaufsichtigen, sollten daher darauf achten, dass keine toxischen Gewächse im Haus oder im Garten sind. Sie sollten aber auch wissen, was im Falle einer Vergiftung umgehend zu unternehmen ist.

Nicht jede Pflanze, die hübsch aussieht, ist auch ungefährlich. Doch gerade farbige Beeren, bunte Blumen und leuchtende Blüten ziehen oftmals kleine Kinder magisch an. Besonders Kinder bis fünf Jahren nehmen häufig auch Gegenstände, die sie erkunden wollen, in den Mund. Bereits die Einnahme von nur wenigen Pflanzenteilen wie Blüten, Blättern oder Beeren einer giftigen Pflanze genügt jedoch, dass es zu schwersten Vergiftungen kommen kann.

Wer sichergehen will, dass keine giftigen Pflanzen im Haus stehen oder im Garten wachsen, sollte sich genau umschauen. Welche Pflanzen giftig sind, erklären die Broschüren „Risiko Pflanze – Einschätzung und Hinweise“ des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) und „Vorsicht! Giftig!“ des gemeinnützigen Vereins Aktion Das Sichere Haus e.V. (DSH). Besonders umfassende Listen zu giftigen Pflanzen enthalten zudem die Webportale der Giftnotrufzentralen Bonn (GIZ Bonn), Erfurt (Giftnotruf Erfurt) und Freiburg (Uniklinik Freiburg)

Anzeichen einer Vergiftung

Die Anzeichen, dass sich ein Kind durch eine Pflanze vergiftet hat, sind vielfältig. Unter anderem können Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Magen-Darm-Beschwerden, Krämpfe, Lähmungen, Atembeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit bis hin zu Atem- oder Herz-Kreislauf-Stillstand auftreten. Werden solche Symptome festgestellt, muss man sofort handeln. Umgehend handeln sollte man aber auch, wenn man nur vermutet, dass das Kind Teile einer giftigen Pflanze eingenommen hat – auf keinen Fall sollte man erst auf mögliche Beschwerden warten.

Ertappt man ein Kind, wie es gerade giftige Pflanzenteile zu sich nimmt, sind diese als erste Maßnahme aus dem Mund zu entfernen. Zudem sollte das Kind laut BfR den Mund, sofern möglich, mit Wasser ausspülen und die restlichen Pflanzenteile dabei mit ausspucken und danach etwas frisches Wasser trinken. Auf keinen Fall sollte man dem Kind Milch oder Salzwasser zum Trinken geben, denn dies könnte die Vergiftungsfolgen sogar verschlimmern.

Grundsätzlich ist es bei einer möglichen Vergiftung sinnvoll, sich umgehend bei der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale zu informieren, was zu tun ist. Sind jedoch bereits schwere Symptome wie Atemnot, Lähmung oder Bewusstlosigkeit aufgetreten, ist sofort der Notarzt unter der Notrufnummer 112 zu verständigen und entsprechend der Situation Erste Hilfe zu leisten. Im Falle einer Bewusstlosigkeit ist das Kind zum Beispiel in eine stabile Seitenlage zu bringen.

Hilfreiche App zum Thema Vergiftungsunfälle

Meist werden beim Abruf einer Giftnotrufzentrale oder auch beim normalen Notruf folgende Fragen gestellt: Was wurde eingenommen? Wie alt ist das Kind und welches Gewicht hat es? Wann, wie und wie viel wurde eingenommen? Wie geht es dem Kind? Was wurde bereits unternommen und wo (Adresse) befindet sich aktuell das Kind?

Muss das Kind aufgrund der Empfehlung des Giftnotrufs oder Notrufs ins Krankenhaus oder zum Arzt, sollte stets ein Teil der Pflanze wie ein Zweig mit Beeren oder die komplette Pflanze, die für die Vergiftung verantwortlich gemacht wird, mitgenommen werden. Bilder der Pflanze können zusätzlich hilfreich sein, die Pflanzenart zu bestimmen, was für eine effiziente Behandlung meist wichtig ist.

Übrigens: Hilfreiche Informationen, wie man das Vergiftungsrisiko bei Kindern verringert, aber auch was im Falle des Falles zu tun ist, bietet die kostenlos herunterladbare App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ des BfR.