Jeder Fünfte fühlt sich gesundheitlich beeinträchtigt

(verpd) In der Europäischen Union (EU) sieht sich jeder Vierte, in Deutschland etwa jeder Fünfte einer längerfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigung gegenüber. Mit dem Alter steigt auch der Anteil jener, die sich betroffen fühlen – laut den Eurostat-Daten auf deutlich mehr als ein Drittel in der Gruppe ab 65-Jährigen.

Die Eurostat, also das statistische Amt der Europäischen Union, hat Ergebnisse zu Umfragen, die letztes Jahr in den Ländern der Europäischen Union (EU) bezüglich des Gesundheitsempfindens der Bürger durchgeführt wurden, veröffentlicht. Danach empfand 2017 jeder vierte Bürger ab einem Alter von 16 Jahren, der in einem EU-Land wohnt, konkret 24,7 Prozent, „einige“ oder „starke“ langfristige – also mindestens sechs Monate andauernde – gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Verrichtung alltäglicher Tätigkeiten.

Unter solchen Tätigkeiten sind beispielsweise Erwerbs- und Hausarbeit sowie Ausbildung, aber auch Freizeitaktivitäten zu verstehen. In der Mehrheit der Mitgliedstaaten hat sich der Anteil der Personen, die unter langfristigen Gesundheits-Beeinträchtigungen litten, gegenüber 2016 etwas erhöht. Im EU-Schnitt lag der Anteil in 2016 bei 24,1 Prozent. Im Vergleich zu 2015 – hier war der Wert noch bei 25,3 Prozent  – ist er jedoch gesunken. Dabei gab es, wie in den Umfragen der Jahre zuvor, auch in 2017 zwischen den EU-Ländern deutliche Unterschiede.

In Malta fühlen sich die wenigsten gesundheitlich beeinträchtigt

Am wenigsten, nämlich nur 12,0 Prozent, klagten die Bürger in Malta über längerfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen. Mit 41,4 Prozent war der Bevölkerungsanteil der davon Betroffenen dagegen in Lettland am höchsten. Deutlich unter dem EU-Schnitt lag der Bevölkerungsanteil, der nach eigenen Angaben unter langfristigen Gesundheits-Beeinträchtigungen litt, auch in Schweden (13,2 Prozent), in Irland (16,6 Prozent), in Spanien (18,6 Prozent), in Bulgarien (18,9 Prozent) und in Zypern (20,0 Prozent).

Auch in Deutschland (22,2 Prozent), Italien (23,9 Prozent), Polen (24,1 Prozent), Großbritannien (24,2 Prozent) und Griechenland (24,4 Prozent) war der Anteil der Bürger, die über dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen berichteten, geringer als der EU-Durchschnitt (24,7 Prozent).

Leicht über dem EU-Durchschnitt war der Bevölkerungsanteil mit längerfristigen Gesundheits-Beschwerden in 2017 dagegen in Belgien (24,8 Prozent), Frankreich (25,4 Prozent), Ungarn (26,2 Prozent), Rumänien (27,6 Prozent), Tschechien (28,2 Prozent) und Luxemburg (28,4 Prozent). Deutlich über dem EU-Durchschnitt lagen Dänemark und Litauen mit je 30,2 Prozent, die Niederlande (30,5 Prozent), die Slowakei (32,0 Prozent), Kroatien (33,1 Prozent), Portugal (33,4 Prozent), Finnland (33,7 Prozent), Österreich (34,3 Prozent), Estland (34,5 Prozent) und Slowenien (36,3 Prozent).

Deutschland belegt einen vorderen Platz

Deutschland ist im subjektiv „gesündesten“ Viertel der EU-28 zu finden. Ein – vergleichsweise – geringer Anteil von 22,2 Prozent der Deutschen fühlte sich 2017 gesundheitlich längerfristig eingeschränkt. Das ist Platz sieben im EU-Ranking. Deutschland zählt dabei zu jenen Ländern, in denen sich der Anteil der Betroffenen etwas vergrößert hat. 2016 betrug er 21,4 Prozent. Nur Irland, Bulgarien, Zypern und Malta lagen damals besser.

Rund zwei Drittel der 22,2 Prozent betroffenen Deutschen fühlen sich in begrenztem Ausmaß („einigermaßen“) beeinträchtigt (14,8 Prozent), während sich 7,3 Prozent starken Einschränkungen gegenübersehen. Bei den Frauen ist der Anteil der insgesamt Betroffenen in Deutschland mit 23,1 Prozent etwas höher als bei den Männern mit 21,2 Prozent.

Ein anderes Bild zeigt sich, nicht völlig unerwartet, bei der Segmentierung nach Altersgruppen. In der Gruppe der 16- bis 24-Jährigen hat offenbar die große Mehrzahl keine gröberen gesundheitlichen Probleme. Von langfristigen Beschwerden betroffen sind hier „nur“ 6,8 Prozent.

Je höher das Älter, umso mehr klagen über Gesundheitsbeschwerden

Mit höherem Alter häufen sich jedoch die gesundheitlichen Beschwerden. Während auch bei den 25- bis 34-Jährigen lediglich 8,8 Prozent über längerfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen klagen, sind es bei den 35- bis 44-Jährigen bereits 13,7 Prozent. Unter den 45- bis 64-Jährigen fühlt sich mehr als ein Viertel (26,3 Prozent) betroffen, in der Gruppe der ab 65-Jährigen sind es dagegen mehr als ein Drittel (37,3 Prozent). Wie die Umfrage belegt, nehmen mit steigendem Alter häufig auch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der alltäglichen Verrichtung zu.

Auch andere Statistiken belegen, dass beispielsweise mit steigendem Alter sogar das Risiko, pflegebedürftig zu werden, ansteigt. Selbst wenn die Bürger hierzulande im Durchschnitt weniger von gesundheitlichen Einschränkungen berichten als in vielen anderen EU-Ländern, ist es für den Einzelnen auch aufgrund der seit Langem gestiegenen Lebenserwartung wichtig, für den Krankheits- und insbesondere für den Pflegefall vorzusorgen. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung deckt beispielsweise nur teilweise die anfallenden Pflegekosten ab.

Die private Versicherungsbranche bietet jedoch diverse Lösungen an, um im Pflegefall auch eine ausreichende finanzielle Sicherheit zu haben. Besteht eine solche Zusatzabsicherung nicht, kann es sein, dass neben dem eigenen Vermögen auch der Ehepartner und/oder die Kinder für die nicht durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgedeckten Pflegekosten aufkommen müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird eine privat abgeschlossene Pflegezusatz-Versicherung sogar mit bis zu 60 Euro im Jahr staatlich gefördert.