Im Sommer fahren und im Winter sparen

(verpd) Seit 1997 können Kfz-Halter, die ihr Fahrzeug nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr nutzen möchten, mit einem Saisonkennzeichen zulassen. Dies hat diverse Vorteile. Allerdings sollte sich der Kfz-Besitzer an bestimmte Vorgaben halten, um Schwierigkeiten zu vermeiden.

Wer ein Cabrio, Wohnmobil, Motorrad oder ein Liebhaberfahrzeug wie einen Youngtimer fährt, will häufig sein Fahrzeug nur im Frühjahr und Sommer nutzen, nicht jedoch bei Schnee und Eis. Damit die Kfz-Steuer und -Versicherung nicht auch noch für die Zeit, in der das Fahrzeug nicht genutzt wird, gezahlt werden muss, war es noch vor einigen Jahren notwendig, das Kfz zum Beispiel in den Wintermonaten abzumelden und im Frühjahr wiederanzumelden. Neben dem Weg zur Zulassungsstelle, fiel dabei zudem eine An- oder Abmeldegebühr an.

Vor rund 18 Jahren wurde alternativ dazu das Saisonkennzeichen eingeführt. Der Kfz-Halter kann hier von Anfang an festlegen, in welchen Monaten er das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen fahren möchte und in welchen nicht. Der Nutzungszeitraum wird auf dem Nummernschild durch am rechten Rand übereinanderstehende Zahlen, die durch einen waagrechten Strich getrennt sind, vermerkt. Ein jährliches An- und Abmelden ist nicht notwendig. Und auch die Kfz-Steuer und Kfz-Versicherungsprämie werden nur für den genannten Zeitraum berechnet.

Einmalige Anmeldung ist ausreichend

Zur Anmeldung eines saisonal genutzten Fahrzeugs wird eine entsprechende elektronische Versicherungs-Bestätigung (eVB), früher Doppelkarte genannt, vom Versicherer benötigt. Auf dieser eVB muss der Zeitraum, in dem das Fahrzeug genutzt werden kann – möglich sind hier mindestens zwei bis maximal elf Monate pro Kalenderjahr –, eingetragen sein.

Beispielsweise kann das Saisonkennzeichen so beantragt werden, dass das Fahrzeug in der Zeit vom März bis einschließlich Oktober genutzt werden kann. Dann wird am rechten Rand auf dem Kennzeichen eine 03 für März und darunter eine 10 für Oktober, getrennt durch einen waagrechten Trennstrich, vermerkt. Das Kfz ist somit automatisch vom 1. März bis zum 31. Oktober eines Jahres für den Straßenverkehr zugelassen.

Prinzipiell darf ein mit einem Saisonkennzeichen zugelassenes Fahrzeug nur im vereinbarten Nutzungszeitraum im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Wer sein Kfz außerhalb dieser Zeit auf einer öffentlichen Straße parkt oder fährt, riskiert ein Bußgeld von 40 beziehungsweise 50 Euro. Tipp: Selbst wenn die Hauptuntersuchung (TÜV) des Fahrzeugs außerhalb des Betriebszeitraumes liegt, reicht es, das Fahrzeug innerhalb des ersten Monats nach Beginn des Nutzungszeitraums entsprechend prüfen zu lassen, ohne dass eine Strafe droht.

Private Abstellmöglichkeit ist notwendig

Wer mit einem saisonal angemeldeten Kfz außerhalb der festgelegten Betriebszeit fährt und einen Unfall verursacht, kann nicht nur wegen des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungs-Gesetz bestraft werden, sondern muss auch mit hohen Regressforderungen seitens des Kfz-Versicherers rechnen. Für das Fahrzeug besteht in dieser Zeit nämlich auf öffentlichen Straßen kein Kfz-Haftpflichtschutz, sodass der Kfz-Versicherer den Schaden in voller Höhe vom Kfz-Halter zurückverlangen kann.

Zwar gewähren viele Kfz-Versicherer Fahrzeugen mit einem Saisonkennzeichen außerhalb des vereinbarten Nutzungszeitraums einen beitragsfreien Versicherungsschutz in der Kfz-Haftpflicht- sowie in einer eventuell abgeschlossenen Teilkaskoversicherung. Allerdings gilt dies nur, wenn das Fahrzeug in diesem Zeitraum in einem nicht öffentlichen Raum oder Platz, zum Beispiel in einer privaten Garage oder einem umfriedeten privaten Grundstück abgestellt ist.

Übrigens, nur wenn der gewählte Nutzungszeitraum des Saisonkennzeichens mehr als sechs Monate pro Kalenderjahr beträgt, wird der Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Haftpflicht- und/oder Vollkaskoversicherung des saisonal genutzten Fahrzeuges je unfallfreies Kalenderjahr bessergestellt.