Drei Ursachen sind schuld an zwei von drei Todesfällen

(verpd) In 2019 sind in Deutschland fast 940.000 Bürger gestorben. Schon seit über 20 Jahren haben sich die drei häufigsten Todesursachen nicht geändert. Auch Verletzungen und Vergiftungen zählen schon lange zu den fünf Hauptgründen, warum Menschen hierzulande sterben. Extrem zugenommen haben dagegen die Todesfälle aufgrund psychischer Krankheiten.

Seit 2015 wie auch im Zeitraum von 1965 bis 1991 lag die jährliche Anzahl der hierzulande Verstorbenen jedes Jahr über 900.000 Personen. Wie aus den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, gab es 2019 – aktuellere Werte liegen noch nicht vor –  in Deutschland 939.520 Verstorbene zu beklagen. Das waren rund 1,6 Prozent beziehungsweise 15.350 Personen weniger als im Vorjahr – 2018 gab es noch 954.874 Todesfälle. Die höchste Anzahl seit 1960 gab es 1975 mit fast 989.650 Verstorbenen innerhalb eines Jahres.

Die aktuelle Todesursachenstatistik aus der Gesundheitsbericht-Erstattung des Bundes (GBA) zeigt, welche Leiden gemäß der ICD-10-Klassifikation – der sogenannten Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme – am häufigsten zum Tod führte. Drei Krankheitsarten, nämlich Erkrankungen des Kreislaufsystems, Neubildungen wie Krebs und Krankheiten des Atmungssystems sind seit 1998 – frühere Daten stehen in der genannten Statistik nicht zur Verfügung – die drei häufigsten Ursachen, warum Menschen in Deutschland versterben.

Die fünf häufigsten Haupttodesursachen

Im Detail sind in 2019 über 331.200 Personen an Krankheiten des Kreislaufsystems wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall gestorben. Knapp 236.600 Personen überlebten im gleichen Jahr eine Krebserkrankung (Neubildungen) nicht. Die dritthäufigste Todesursache waren Krankheiten des Atmungssystems wie COPD oder Grippe. Über 67.000 Menschen sind in Deutschland in 2019 daran gestorben.

Den vierten Rang der Todesursachenstatistik belegen Psychische Leiden und Verhaltensstörungen wie Demenz. 2019 sind mehr als 57.800 Personen in Deutschland an einem psychischen Leiden oder an Verhaltensstörungen gestorben.

Der fünfthäufigste Grund, warum Menschen hierzulande versterben, sind Verletzungen, Vergiftungen oder sonstige Folgen äußerer Ursachen. Über 41.800 Personen starben im Berichtsjahr daran.

Weitere Leiden, die mehr als 10.000 Todesfälle verursachen

Weitere Ursachen, an denen teils mehr als 10.000 Personen in 2019 verstorben sind, waren Krankheiten des Verdauungssystems, Nervensystemleiden, Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, Urogenitalsystem-Leiden sowie infektiöse und parasitäre Krankheiten. So starben über 41.400 Menschen vor zwei Jahren an Krankheiten des Verdauungssystems, knapp 34.200 an Nervensystem-Erkrankungen, mehr als 33.600 an endokrine Störungen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie rund 24.700 an Krankheiten des Urogenitalsystems.

Fast 16.200 Personen starben hierzulande an bestimmten infektiösen oder parasitären Krankheiten. Hinzu kommen noch 37.400 verstorbene Menschen, bei denen als Todesursache nicht klassifizierte Symptome und abnorme klinische Laborbefunde angegeben waren.

Schon seit 1998, dem Beginn der genannten GBA-Todesursachenstatistik, sind die drei erstgenannten Krankheitsarten Erkrankungen des Kreislaufsystems, Neubildungen wie Krebs sowie Krankheiten des Atmungssystems die drei Hauptursachen für Todesfälle in Deutschland. Auch deren Rangfolge hat sich in all den Jahren nicht geändert. Die genannten drei Krankheitsarten waren allein in 2019 für über zwei Drittel und in früheren Jahren, nämlich von 1998 bis 2000, sogar für fast 80 Prozent aller jährlichen Todesfälle verantwortlich.

Psychische Erkrankungen führen häufiger zum Tod

Die Statistik zeigt aber auch, dass der Anteil derjenigen, die an Krankheiten des Kreislaufsystems verstorben sind, tendenziell immer geringer wird. Von 1998 bis 2006 waren es zwischen 43 und 48 Prozent der Todesfälle, ab 2013 sank der Wert unter 40 Prozent und erreichte 2019 nun 35 Prozent. Bei den Neubildungen und Atemwegserkrankungen als Todesursachen ist dagegen seit 1998 fast ein Gleichstand zu verzeichnen. Von allen Verstorbenen war jedes Jahr bei rund 25 bis knapp 27 Prozent ein Krebsleiden und bei knapp sechs bis unter sieben Prozent ein Atemwegsleiden die Todesursache.

Deutlich zugenommen hat dagegen der Anteil der Personen, die aufgrund eines psychischen Leidens oder wegen Verhaltensstörungen verstorben sind. Er lag 1998 noch bei rund einem Prozent und ist bis 2019 auf über sechs Prozent angestiegen. Damit belegte diese Krankheitsart seit 2015 den vierten Platz bei der Rangfolge der häufigsten Todesfolgen, 1998 war es noch der zehnte Platz. Bei allen anderen Todesursachen änderte sich bezüglich des Anteils an den Verstorbenen nur wenig.

Seit Langem zu den sechs häufigsten Todesursachen zählen mit einem Anteil von rund vier Prozent aller in einem Jahr Verstorbenen äußere Ursachen wie Unfälle oder auch Komplikationen bei medizinischen oder chirurgischen Eingriffen. Von 2015 bis 2017 belegte diese Diagnose jeweils den sechsten Platz sowie von 1998 bis 2012 und von 2018 bis 2019 den fünften Rang bei den häufigsten Ursachen, warum Menschen hierzulande innerhalb eines Jahres verstorben sind.

An die nächsten Angehörigen denken

Für 2020 wird durch die Corona-Pandemie eine etwas andere Reihenfolge bei der Todesursachenstatistik erwartet, denn bis Ende 2020 starben über 33.000 Personen mit oder an dem Corona-Virus, einer Todesursache, die bis 2019 noch nicht statistisch erfasst war.

Grundsätzlich ist ein Todesfall nicht nur eine psychische, sondern auch eine finanzielle Belastung für nahe Angehörige. Wer seinen Ehepartner und/oder seine Kinder für den Fall des eigenen Ablebens finanziell ausreichend abgesichert wissen möchte, kann sich diesbezüglich jedoch absichern. Hilfe dazu gibt es beim Versicherungsexperten. Dieser kann beispielsweise ermitteln, welche gesetzlichen, privaten und/oder betrieblichen Hinterbliebenen-Absicherungen bereits bestehen und wie hoch diese bei einem Todesfall voraussichtlich sein werden.

Dies ist unbedingt notwendig, um herauszufinden, in welcher Höhe eine zusätzliche Absicherung der Hinterbliebenen notwendig ist. Der Versicherungsfachmann kann außerdem über die diversen Lösungen, die die Versicherungswirtschaft für eine bedarfsgerechte Hinterbliebenen-Absicherung bietet, beraten.