Die häufigsten und teuersten Teilkaskoschäden

(verpd) Die Kfz-Versicherer übernahmen in 2017 wieder Milliarden Euro an Teilkaskoschäden für die versicherten Kfz-Halter. Glasbruch war dabei die häufigste wie auch die teuerste Schadenursache im Rahmen der Teilkaskoversicherung bei Pkws, wie aktuelle Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. belegen. Zudem stiegen bei fast allen Risiken, die durch eine Teilkaskoversicherung abgedeckt sind, die Aufwendungen insgesamt sowie im Durchschnitt pro Schaden zum Teil deutlich.

Eine Kfz-Teilkasko-Versicherung zahlt unter anderem für die Reparatur der Schäden am eigenen Fahrzeug, wenn diese durch Diebstahl, Brand, Blitzschlag, Hagel, Sturm, Überschwemmung oder einen Zusammenstoß mit einem Haarwild entstanden sind oder ein Glasbruchschaden vorliegt. Manche Kfz-Versicherer decken je nach Vertragsvereinbarung nicht nur Unfälle mit Haarwild, sondern auch mit Wirbeltieren oder allen Tierarten und/oder auch Schäden durch Marderbisse oder sogar Bisse aller Tiere ab.

Insgesamt waren letztes Jahr bei 48,3 Millionen Kraftfahrzeugen die Teilkaskorisiken im Rahmen einer bestehenden Teil- oder Vollkaskoversicherung, in der die Teilkaskorisiken automatisch mitversichert sind, abgesichert. Die Kfz-Versicherer übernahmen alleine für Teilkaskoschäden durch Glasbruch, Sturm, Hagel, Blitz, Wildschäden, Marderbisse und Diebstahl von oder an Pkws fast 3,31 Milliarden Euro. Dies zeigen aktuelle Statistiken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Glasbruchschäden am häufigsten …

Die häufigste eingetretene Teilkaskoschadenart bei Pkws betraf, wie bereits in den vergangenen Jahren, auch in 2017 wieder Glasbruchschäden. Nach Angaben des GDV hatten die deutschen Kfz-Versicherer 2017 für fast 2,15 Millionen Bruchschäden an Scheiben, Rückspiegeln und Scheinwerfern an Pkws einzustehen.

An zweiter Stelle liegen Sturm-, Hagel- und Blitzschäden. Hierfür werden in der GDV-Statistik beinahe 370.000 Ereignisse aufgeführt. Dahinter folgen Teilkaskoschäden durch knapp 280.000 Wildunfälle, durch 214.000 Marderbisse und durch Kfz-Diebstähle oder -Teilentwendungen.

Konkret übernahmen die Kfz-Versicherer die Teilkaskoschäden, die durch circa 90.000 Diebstähle von Kfz-Teilen wie Airbags oder Bordcomputer und fast 17.500 Pkw-Diebstähle entstanden sind.

…. und am teuersten

Die Glasbruchschäden waren 2017 nicht nur die häufigste, sondern für die Versicherer insgesamt auch die teuersten Teilkaskoschäden. Die ausgezahlten Versicherungsleistungen summierten sich hier auf über 1,2 Milliarden Euro.

Dahinter folgen mit über 750 Millionen Euro die Aufwendungen für Sturm-, Hagel- und Blitzereignisse und mit über 740 Millionen Euro Schadenleistungen für versicherte Unfälle mit (Wild-)Tieren.

Fast 324 Millionen Euro zahlten die Kfz-Versicherer in 2017 für gestohlene Autos und auf rund 200 Millionen Euro beliefen sich im vergangenen Jahr die Kosten für Entschädigungen entwendeter Kfz-Teile. Damit belegen die Schäden durch Kfz-Diebstahl und Kfz-Teilediebstahl mit rund 524 Millionen Euro Platz vier bei den teuersten Teilkaskoschäden. Für die versicherten Marderbisse zahlten die Kfz-Versicherer gut 70 Millionen Euro an Entschädigungs-Leistungen.

Neue Negativrekorde zu verzeichnen

Während sich die Anzahl der bei den Kfz-Versicherern gemeldeten Glasbruchschäden um etwa ein Prozent reduzierte, erhöhten sich die Versicherungsleistungen, also die durch Glasbruch entstandenen Schäden, um rund drei Prozent auf ein neues Rekordhoch.

Zum Vergleich: 2009 und 2010 hatten die Autoversicherer noch jeweils fast 20 Prozent mehr Glasbruchschäden zu regulieren als in 2017. Die durchschnittliche Schadenhöhe je Glasbruchschaden lag dagegen 2017 bei über 550 Euro, dem bisher höchsten Wert. 2006 lag die durchschnittliche Schadenhöhe noch bei etwa 400 Euro je Glasbruchschaden.

Bei den anderen in der Teilkaskoversicherung abgesicherten Schadenarten waren 2017 zum Teil sprunghafte Veränderungen bei der Anzahl und durchschnittlichen Schadenhöhe zu beobachten.

Große Schwankungen bei Schäden durch Naturgefahren

Auch bei den Schäden durch Wildunfälle stieg die Schadenanzahl und -höhe deutlich an. Die Schadenkosten nahmen im Vergleich zum Vorjahr um ein Elftel zu und haben sich seit 2006 sogar fast verdoppelt. Die Menge der regulierten Schäden durch Wildunfälle ist in diesem Zeitraum um etwa ein Drittel gestiegen. Der Schadendurchschnitt hat dadurch deutlich zugenommen. Mit über 2.700 Euro lag die durchschnittliche Schadenhöhe je Wildtierunfall im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent über dem entsprechenden Wert des Jahres 2006.

Die Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz waren letztes Jahr rund 50 Prozent höher als in 2015 und 2016. Gegenüber dem schadenarmen Jahr 2005 stieg die Schadenanzahl in 2017 um das 2,3-Fache und die Schadenhöhe verdreifachte sich sogar. 2005 gab es 155.000 gemeldete Schadenfälle, für die die Kfz-Versicherer knapp 249 Millionen Euro aufwendeten. Der Durchschnittsaufwand betrug damals rund 1.600 Euro.

Der Höchstwert bei der Schadenanzahl mit rund 640.000 Schäden sowie der versicherten Schadenhöhe mit 1,5 Milliarden Euro und dem Schadendurchschnitt mit rund 2.300 Euro je Schadenereignis gab es jedoch 2013. Damals hatten sich mit dem Juni-Hochwasser sowie diversen Hagelstürmen außergewöhnlich viele schadenintensive Elementarereignisse ereignet.

Rekordschäden durch Pkw-Diebstähle

Die Zahl der geklauten kaskoversicherten Pkw hatte sich zuletzt seit 2009 relativ konstant zwischen 18.000 und 19.000 eingependelt. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Diebstähle auf unter 17.500 zurück. Im Vergleich zur Jahrtausendwende hat sich die Zahl sogar weit mehr als halbiert. Auf der anderen Seite erhöhte sich der dadurch angerichtete versicherte Schaden immer weiter auf zuletzt fast 324 Millionen Euro.

Dadurch ist die durchschnittliche Schadenhöhe je Pkw-Diebstahl auf mittlerweile rund 18.500 Euro angestiegen. Dies entspricht einer Steigerung um jeweils rund 80 Prozent im Vergleich zu 2007.

Für die Folgen von Marderbissen haben die Autoversicherer 2017 ebenfalls eine Rekordsumme aufgewendet. Mit 72 Millionen waren die Kosten zweieinhalb Mal so hoch wie 2005. Die Zahl der Fälle hat sich seitdem um gut die Hälfte erhöht. Der Schadendurchschnitt lag im vergangenen Jahr bei weit über 300 Euro. 2005 und 2006 waren es erst etwa 200 Euro.